Pendeln zwischen Tradition und Moderne A... >
Vorfreude ist bekanntlich die groesste Freude...und mit grosser Vorfreude bin ich auch am letzten Freitag zum Flughafe Zuerich gefahren. Nach langem Warten, check in usw. hat mich eine Air France Maschine nach Paris Charles de Gaulle gebracht. Ein Riesengrosser Flughafen, den ich dann auch lange bestauen konnte, waehrend ich naemlich mehrere Stunden auf den Flug JL (Japan Airline) 416 wartete. Puenktlich um 17:45 rollte das Flugzeug zur Startbahn. Der Flug dauerte 12 Stunden, begann bei Tageslicht und endete bei Tageslicht, dazwischen flogen wir durch den Nachthimmel. Komfortable Sitze und ein individuelles Entertainment Programm hat die Flugzeit wie im Fluge verstreichen lassen.
Nun, in Narita International Airport angekommen, stieg die Nervositaet bei mir, denn Einreiseformalitaeten, Koffer holen, Mitarbeiter der Schule suchen und zur Gastfamilie finden, all dies stand ja noch bevor. Aber wie erwartet hat alles bestens geklappt. Ich wurde von einer Mitarbeiterin des Kudan Instituts freundlich begruesst. Nach einem kurzen Vorstellungsgespraech (in japanisch, denn sie konnte fast kein English) kaufte sie mir eine Fahrkarte, die mich am Rande von Tokyo bringen soll, wo dann meine Gastfamilie auf mich warten wuerde. Und dann kam das Schlimmste an der gesamten Einreise, naemlich eine fast 2 Stuendige Busfahrt nach Sagami ono, wo ich wie gesagt erwartet wurde. Erschoepft erreichte ich die Station und wurde dann auch sehr freundlich vom Gastvater und von der Gastmutter empfangen. Gluecklicherweise habe ich eine sehr nette Gastfamilie "erwischt". Der Familienvater heisst Takashi, ist 55 Jahre alt und arbeitet im Buero, die Mutter heisst Mayumi, ist ca. 45 J ahre alt ist Hausfrau. Hitomi san, die Tochter, ist 19 Jahre alt und geht zur Schule. In gewisser Weise also eine typische japanische Familie. Ich erlebe auf eine authentische Weise die japanische Gastfreundschaft. Immer sind sie hoeflich, zuvorkommend und zeigen viel Geduld. Gelegentlich werde ich sicher noch weiteres ueber sie zu berichten haben...
Am Sonntag habe ich einiges an Schlaf nachgeholt und danach mal die wichtigsten Woerter auf japanisch gelernt, denn zu Hause wir nur japanisch gesprochen, er kann gar kein English und sie nur sehr wenig...(fuehlt sich ein bisschen wie ein Sprung ins eiskalte Wasser an) Am Montag, 4. Juni dann mein erster Schultag am Institut. Doch zuerst dahin kommen...mit der tokyoter Metro... in der morgigen Rush hour. Eine unglaubliche Menschenmenge benutzt am fruehen morgen die oeffentlichen Verkehrsmittel. Die Zuege sind, zumindest fuer unsere Verhaeltnisse, masslos ueberfuellt. Doch auch wenn man glaubt es passt kein Mensch mehrin diesem Zug, so steigen bei der naechsten Station bereits 5 bis 10 weitere Menschen ein. Aber unglaublich die Disziplin, mit der die Japaner in ihrem Arbeitstag starten. Sanft und unaufdringlich, aber doch zielsicher draengeln sie sich in die Zuege und so von Station zu Station. Unglaublich viele Menschen auf kleinem Raum. Ohne eine gewisse Disziplin wuerden denke ich manche Leute hier durchdrehen... A propos Platz..Platz ist in Japan ein wertvolles "Gut", das wird mir bereits am ersten Tag klar. Am Montag habe ich zun ersten mal zu Besuch im Kodokan international judo center. Trainiert habe ich noch nicht, ich wollte diesen Ort zunaechst mal finden und dann auf mich wirken lassen. Das gleich beim Aikikai honbu Dojo, welches ich heute besuchte und das Nachmittagstraining angeschaut habe. Dazu berichte ich aber spaeter mehr.
Ich werde aus technischen Gruenden nicht taeglich schreiben koennen, werde aber versuchen, so oft als moeglich zu schreiben.
Fuer die, die mein Tagebuch lesen, herzlichen Dank fuer die Aufmerksamkeit und herzliche Gruesse an alle.
Martin Bundi, Tokyo, 5. Juni 2007